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Ratgeber · Senioren & Angehörige

Betrugs-SMS, Schockanrufe und falsche Bankmails erkennen

Betrüger versuchen es täglich – per Telefon, SMS, WhatsApp oder E-Mail. Auch bei uns im Werra-Meißner-Kreis. Die gute Nachricht: Fast alle Maschen funktionieren nach demselben Muster. Wer das Muster kennt, fällt nicht darauf herein.

Das Muster hinter fast jedem Betrug

Egal ob Anruf oder Nachricht, meist kommen drei Dinge zusammen:

  1. Druck: „Sofort“, „heute noch“, „sonst wird Ihr Konto gesperrt“.
  2. Angst oder Sorge: ein Unfall, eine Verhaftung, ein gesperrtes Konto, ein Virus.
  3. Eine Bitte um Geld oder Daten: Überweisung, Bargeld, Wertsachen, PIN, TAN oder Passwort.

Sobald Sie diese drei Dinge bemerken, gilt: Stopp. Auflegen oder nicht antworten. In Ruhe prüfen.

Die häufigsten Maschen

Der Schockanruf

Ein angeblicher Polizist, Arzt oder Anwalt ruft an. Ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht und komme nur gegen eine Kaution frei. Oft weint im Hintergrund eine Stimme, die wie Ihr Kind oder Enkel klingen soll.

So erkennen Sie es: Die Polizei verlangt am Telefon niemals Geld oder Wertsachen und schickt auch niemanden vorbei, um sie abzuholen. Eine Kaution wird nie am Telefon vereinbart.

Das tun Sie: Auflegen. Dann den Angehörigen selbst anrufen – unter der Nummer, die Sie kennen, nicht unter einer Nummer aus dem Gespräch.

Der falsche Polizist mit der 110

Auf dem Display erscheint „110“ oder die Nummer einer Polizeidienststelle. Der Anrufer warnt vor Einbrechern in der Nachbarschaft und bietet an, Ihr Bargeld und Ihren Schmuck „sicher zu verwahren“.

So erkennen Sie es: Die echte Polizei ruft niemals mit der 110 an. Rufnummern lassen sich auf dem Display fälschen.

Das tun Sie: Auflegen und selbst die 110 wählen – ohne Vorwahl und erst, nachdem Sie aufgelegt haben.

„Hallo Mama, hallo Papa“ per WhatsApp oder SMS

„Mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer.“ Kurz darauf kommt die Bitte, dringend eine Rechnung zu überweisen.

So erkennen Sie es: Neue Nummer plus Geldbitte ist fast immer Betrug.

Das tun Sie: Das Kind unter der alten Nummer anrufen. Stellen Sie im Zweifel eine Frage, die nur die echte Person beantworten kann.

Die falsche Bank-SMS oder -Mail

„Ihr Konto wurde eingeschränkt. Bitte bestätigen Sie Ihre Daten über den folgenden Link.“ Die Nachricht sieht aus wie von Ihrer Sparkasse oder Volksbank, inklusive Logo.

So erkennen Sie es: Ihre Bank fordert Sie nie per SMS, E-Mail oder Telefon auf, einen Link anzuklicken, Ihre PIN, eine TAN oder Zugangsdaten einzugeben. Das gilt ausnahmslos.

Das tun Sie: Nicht auf den Link tippen. Wenn Sie unsicher sind: Online-Banking wie gewohnt über die App oder die selbst eingetippte Adresse öffnen – oder Ihre Filiale anrufen.

Die Paket-SMS

„Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte Versandgebühr bezahlen.“

So erkennen Sie es: Paketdienste verlangen keine Gebühren per SMS-Link. Oft erwarten Sie gar kein Paket.

Das tun Sie: Nachricht löschen. Die Sendungsverfolgung prüfen Sie direkt beim Versender.

Der falsche Technik-Support

Ein Anruf von „Microsoft“ oder ein Warnfenster im Browser: „Ihr Computer ist infiziert! Rufen Sie sofort diese Nummer an.“ Danach will jemand per Fernwartung auf Ihren Computer.

So erkennen Sie es: Microsoft, Apple und Co. rufen nicht unaufgefordert bei Ihnen an. Echte Warnungen kommen nicht mit einer Telefonnummer.

Das tun Sie: Auflegen. Das Browserfenster schließen – notfalls den Computer ausschalten. Niemals einem Anrufer Fernzugriff geben.

Die fünf goldenen Regeln

  1. Keine PIN, TAN oder Passwörter weitergeben – an niemanden, auch nicht an „die Bank“ oder „die Polizei“.
  2. Kein Geld und keine Wertsachen an Fremde übergeben – auch nicht an „Boten“ oder „Beamte“.
  3. Unter Druck nie entscheiden. Echte Behörden und Banken geben Ihnen Zeit.
  4. Selbst zurückrufen – immer unter der Nummer, die Sie selbst kennen oder nachschlagen.
  5. Mit jemandem sprechen, bevor Sie handeln: Familie, Nachbarn oder uns.

Es ist schon passiert – was jetzt?

Das kann jedem passieren. Schämen Sie sich nicht – handeln Sie schnell:

  • Konto oder Karte sperren: Sperr-Notruf 116 116 (rund um die Uhr, kostenlos) und zusätzlich direkt Ihre Bank anrufen.
  • Anzeige erstatten: bei jeder Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Polizei Hessen.
  • Passwörter ändern: zuerst E-Mail und Online-Banking – von einem Gerät, dem Sie vertrauen.
  • Gerät prüfen lassen, wenn jemand per Fernwartung darauf war oder Sie etwas installiert haben.

Bei den letzten beiden Punkten helfen wir Ihnen gern – auch kurzfristig.

Checkliste zum Ausdrucken

Bevor ich Geld überweise, Daten eingebe oder etwas übergebe:

☐ Werde ich unter Zeitdruck gesetzt?
☐ Soll ich Geld, Wertsachen, PIN, TAN oder ein Passwort herausgeben?
☐ Kommt die Nachricht von einer neuen oder unbekannten Nummer?
☐ Soll ich auf einen Link tippen oder jemandem Fernzugriff geben?

Wenn ich auch nur einmal „Ja“ ankreuze: Auflegen. Nicht antworten. Selbst zurückrufen.

Sperr-Notruf: 116 116 · Polizei: 110 · Semu IT: 05651 4798999

Sicher unterwegs – ohne sich selbst um alles zu kümmern

Mit unserem Senioren-Sicherheitsabo halten wir Ihre Geräte aktuell, richten Schutzfunktionen ein und sind für Sie da, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt. Und in unserer Smartphone-Hilfe für Senioren üben wir das Erkennen von Betrugsversuchen ganz in Ruhe gemeinsam.

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Quellen
Fragen dazu? Wir helfen gern.